Sehr geehrte Damen, liebe Herren! Ich bin Justus, 29 Jahre alt und studiere seit 10 Jahren BWL und Wirtschaftsinformatik.
Wie euch wohl allen bekannt ist, ist die finanzielle Lage unseres Landes in einem ordentlichen Schiefstand, deswegen habe ich mir vorgenommen, meine Expertise als Unternehmensberater heranzuziehen und der Regierung Spartipps zu geben. Einmal in der Woche werdet ihr hier einen Artikel von mir zu lesen bekommen.
Wir beginnen unsere gemeinsame Reise mit dem Ort, wo ich am meisten Sparpotenzial vermute: dem Gesundheitssystem.
Also, wo können wir als Nation im Gesundheitssystem sparen?
Wie in jedem anderen Unternehmen ist der größte Faktor das Personal.
Aber wie sparen wir denn nun am Personal?
Beginnen wir bei den Ärzten: Zum einen haben wir einen eklatanten Mangel an Ärzten, und zum anderen gibt es schlicht und ergreifend zu wenig. Hier sehe ich x Ansätze.
Ansatz 1: Direkte Demokratie im Gesundheitswesen
Wir könnten uns eine Scheibe von der direkten Demokratie abschneiden. Hier sollen Laien über komplexe Gesetze entscheiden; ich finde dies wunderbar, deswegen stellt sich mir die Frage: Wieso soll das nicht auch im Gesundheitssystem funktionieren?
- Sie rufen eine Hotline an und schildern Ihre Symptome einer AI. Diese erarbeitet ein Formular mit Behandlungsvorschlägen.
- Auf dem Weg zum Arzt oder ins Krankenhaus müssen Sie dieses Formular 10 anderen Menschen zeigen, die ankreuzen, welchen Behandlungsvorschlag sie am besten finden.
- Sie legen dieses Formular hin und erhalten eine Behandlung von einer Person, die zufällig aus der Bevölkerung ausgewählt wurde.
Direkt, demokratisch und eine Behandlung, die an Ärztekosten spart. Natürlich gehören hier noch ein paar Feinheiten ausgearbeitet, aber ich bin nur hier für den Denkanstoß.
Ansatz 2: Dr. Google
Heutzutage ist es ganz simpel, einfach die Symptome zu googeln – wieso also Zeit damit verschwenden, etwas von einem Arzt diagnostizieren zu lassen?
- Sie googeln Ihr Symptom und entscheiden selbst, welchen Behandlungsansatz Sie für Ihre Krankheit wählen.
- Sie gehen ins Krankenhaus, und dort stellen Sie sich einfach an, um den von Ihnen gewählten Behandlungsvorschlag durchzuführen.
Diesen Ansatz finde ich besonders toll, da er die medizinischen Kenntnisse in der Bevölkerung wachsen lässt und gleichzeitig auch zu einer relativ drastischen Steigerung der Medienkompetenz führt.
Bei beiden Ansätzen spart man sich Kosten für die Gespräche, und der optimale Arbeitsablauf verringert auch die Last, die auf unseren Ärztinnen und Ärzten liegt. Das Gesundheitssystem spart Kosten für Behandlungsfehler, da wir unseren Mitmenschen einfach selber mehr Verantwortung in die Hand drücken.
Nun, da wir bei unseren Ärzten einen saftigen Batzen Geld eingespart haben, kommen wir zu einem weiteren Teil, wo der rote Stift ganz leicht eingesetzt werden kann.
Facility Management
Überlegen Sie sich doch, wie viel Geld wir hier sparen könnten, wenn wir das Facility Management durch Sprinkler und Staubsaugerroboter ersetzen würden. Die Sprinkler verteilen einfach großzügig Desinfektionsmittel in den Zimmern, und die Staubsaugerroboter erledigen den Rest. Natürlich ist dies mehr Materialaufwand. Jedoch spart man das ganz einfach mit weniger Überstunden und weniger Personal ein, ich sehe hier einen Nettogewinn. Fürs Patientenwohl könnte man die Staubsaugerroboter noch mit Lautsprechern ausstatten, die Musik spielen oder Personal vorgaukeln, dass sich für ihr Wohl interessiert.
Pflege
Die Pflege ist sozusagen das Rückgrat der Gesundheitsversorgung. Wenn man sich nicht ganz sicher ist, wer denn für etwas zuständig ist, dann kann man sich sicher sein, dass es die Pflege ist. Dies ist ein gewisser Schiefstand, denn auch Pflegepersonal ist teuer. Doch wie lösen wir dieses Problem?
Es benötigt einfach klare Zuständigkeiten. Oftmals wollen Patient*innen reden, hier sehe ich in meiner Rolle als Unternehmensberater einfach nicht ein, wieso ein Unternehmen Fachpersonal zum Plaudern bezahlen soll.
Hier sehe ich starkes Kooperationspotenzial mit dem AMS. Wir verteilen einfach die Faulsten unserer Gesellschaft auf den Stationen und in den Pflegeheimen. Wenn eine Glocke ertönt, dann ist es der Auftrag der Arbeitslosen, sich damit zu beschäftigen, was benötigt wird.
Mein persönlich bevorzugter Lösungsansatz wäre es, die AMS-Rekruten hier nicht anzustellen, sondern ihnen das Ganze als Kurs zu verrechnen. So können wir ihnen mit einer wunderbaren Willkür die Bezüge streitig machen, außerdem sparen wir ein 13. und 14. Monatsgehalt.
Historisch gesehen zeigt sich, dass gerade Pflegepersonen oftmals freiwillig und aus der Güte ihres Herzens heraus gearbeitet haben. Ich sehe hier also nicht ein, wieso man dieses Phänomen, wenn auch mit ein bisschen Druck von außen, nicht nacherzeugen können sollte.
Die aktuelle politische Entwicklung zeigt doch ohnehin, dass sich unsere Gesellschaft mehr Kälte und willkürliche Grausamkeiten wünscht – was sollte uns also davon abhalten, so richtig stark damit loszustarten.
Einen besinnlichen Tag,
Euer Justus